Betriebsübergabe

 

Betriebsübergabe 

Ihr Mediator begeleitet Sie

In Deutschland und Österreich stehen viele Unternehmen vor der Betriebsübergabe. Die meisten davon werden innerhalb der Familie übergeben (ca. 60%). Doch die Unternehmer schieben die Behandlung dieses vielschichtigen Themas hinaus und verdrängen es aus ihrem Arbeitsalltag. Die Gründe dafür reichen von Angst vor Kontrollverlust bis hin zu fehlendem Vertrauen in die Fähigkeiten des Übernehmers. In der Übergabesituation kommt der psychologisch-menschlichen Seite mit 80% die bedeutendste Rolle zu, während juristischen und betriebswirtschaftlichen Faktoren nur zu ca. 15% von Bedeutung sind. Daher ist der Einsatz von Methoden, die eine aktive Beteiligung aller Betroffenen (= Übergeber, Übernehmer, leitende Arbeitnehmer etc.) ermöglichen, notwendig. Die Mediation bietet sich hier als Gesprächs- und Lösungsfindungsmethode an und hat den Vorteil, dass ein außenstehender neutraler Mediator den Prozess begleitet und führt.

Betriebsübergabe mit Mediation

Die Anwendung mediativer Interventionstechniken erweist sich bei der Betriebsübergabe in mehrfacher Hinsicht als hilfreich:
  1. erzeugen eines Klimas der Wertschätzung und des gegenseitigen Verständnisses
  2. Rücksichtnahme auf die Gefühle der Beteiligten
  3. ergründen der Interessen und Bedürfnisse der Beteiligten
  4. Finden von Regelungen, die die Interessen/Bedürfnisse der Beteiligten beinhalten.
Bei der familieninternen Unternehmensnachfolge ist die Verflechtung von Familie und Unternehmen und die daraus sich ergebenden Konflikte besonders zu beachten. Die agierenden Personen haben mehrere Rollen so z.B. ist der Übergeber zugleich Vater und der Übernehmer zugleich Sohn. Ihre Rolle und Beziehung in beiden Systemen Familie und Unternehmen sind unterschiedlich, beeinflussen sich aber gegenseitig. Das Erkennen dieser Zusammenhänge und eine angemessene Berücksichtigung dieser und vieler anderer wichtiger Details ist eine wichtige Voraussetzung für das Gelingen der Betriebsübergabe. Vor allem Beziehungskonflikte sind bei Betriebsübergaben eine der häufigsten Konfliktarten. Daher ist eine Vorgehensweise notwendig, die mit dieser Art von Konflikten gut umgehen kann und eine tragfähige Beziehung herstellt, die eine Voraussetzung ist für fruchtbare Verhandlungen auf sachlicher/inhaltlicher Ebene.

Beteiligte bei der Betriebsübergabe

Weitere Betroffene, die bei der Betriebsübergabe mitberücksichtigt werden müssen, sind die weichenden Geschwister sowie die (leitenden) Mitarbeiter. Geschwister des Übernehmers bestimmen die Familienbeziehungen mit. Konflikte mit den Geschwistern bei der Betriebsübergabe können auch die Familienbeziehungen schwer und oft lange belasten. Nur die Einbindung der Geschwister in den Übergabeprozess kann solche Konflikte hintanhalten. Die Verunsicherung der Mitarbeiter ist vor und nach der Betriebsübergabe oft erheblich. Vor allem leitende und ältere Mitarbeiter bangen um ihren Status im Unternehmen oder sogar um ihre weitere Anstellung. Gespräche und Transparenz mit dieser Personengruppe sowie auch deren Einbindung in den Übergabeprozess sind Voraussetzung dafür, dass die erfahrenen und leitenden Mitarbeiter weiterhin dem Betrieb mit ihrem persönlichen und kenntnisreichen Engagement erhalten bleiben. Die Mitarbeiter sind auch Betroffene bei Rollenkonflikten: Ist der Übergeber noch Chef oder nicht mehr? Muss er den Anweisungen des Übernehmers schon folgen oder hat der Senior noch das Sagen? Nur eindeutige Regelungen können solchen Konfliktsituationen vorbeugen.

Interessen und

Ängste bei der Betriebsübergabe

Die Übergeber nannten als das wichtigste Interesse die Erhaltung des Lebenswerks und nur ca. einem Drittel (38,2%) der 55 Befragten war die eigene Absicherung wichtig. Demgegenüber ist den Übernehmern die Verwirklichung eines eigenen, selbständigen Führungsstils das zentrale Anliegen und nur auf Anfrage soll der Übergeber ihre Erfahrungen weitergeben oder ihre Mithilfe einbringen.
Ängste spielen bei der Übergabe eine wesentliche Rolle. Übergeber und Übergeberinnen haben vor allem Angst die Macht und damit auch die Kontrolle zu verlieren. Diese Angst ist verbunden mit dem oben angeführten Wunsch der Erhaltung des Lebenswerkes. Nur solange der Übergeber die Macht und Kontrolle über das Unternehmen hat, kann er auch Einfluss nehmen auf dessen Weiterbestehen. Die Übernehmer haben Angst vor Überforderung und dem neuen Aufgabenfeld. Die Erfahrungen der Übergeber bewusst zu nützen, könnte beim Übernehmer die Überforderungsängste abbauen und zugleich bei den Übergebern die Angst um Macht- und Kontrollverlust mindern.

Konflikte bei der Betriebsübergabe

Die meisten Konflikte treten in Form von Rollen- und Beziehungskonflikten auf. Fehlende Klarheit bei den Übergabspartnern als auch auf der Ebene der Mitarbeiter, wer ab wann in welcher Rolle tätig ist, führen zu Missverständnissen und Fehlern. Beziehungskonflikte zwischen Übergeber und Übernehmer sind vorrangig zu bearbeiten, um eine gut funktionierende Kommunikation zu gewährleisten, die wiederum eine wichtige Voraussetzung für eine gelungene Betriebsübergabe ist.